Pro Bears Meisterschaft 2011
Was für eine Rennsaison ging am 25.09.2011 zu Ende! Da waren sie wieder so dicht beieinander, alle Höhen und Tiefen, die der Rennsport so bieten kann. Dabei fing im Winter mit den Vorbereitungen alles so super an...
Die Konkurrenz war uns im Vorjahr zu dicht auf den Fersen
, deshalb
überlegten wir (genau
genommen: ich) wie
wir legal noch ein
– oder mehrere
– Brikett
nachlegen könnten.
Und siehe da:
2Zylinder bis 900ccm
stand, bzw. steht da
im Reglement. Wir
hatten zwar mit
unserer 748R im
Vorjahr schon das
erlaubte
Leistungslimit
PS-genau vollgemacht,
aber da geht bestimmt
noch was. Kurz mit
Dirk besprochen und
uns drauf geeinigt:
853ccm müssen her.
Was für
Fahrleistungen diese
Motoren auf Basis der
748R bringen können,
wenn sie „gut“
gemacht sind, weis
ich ja schon seit
Jahren von etlichen
anderen Kunden.
So
kam es dann ja auch:
Mehr als 12PS zuviel,
die weggedrosselt
werden mußten. Damit
hatte ich aber auch
gerechnet. Für nur
eine einzelne
Drosselmaßnahme wäre
das zuviel gewesen,
wenn auch alles noch
perfekt fahrbar
bleiben soll. Also
zunächst mal längere
Trichter montiert.
Das brachte genau,
was ich erwartete:
Oben einen geringen
Leistungsverlust
über10.500 aber bei
8.000 einen satten
Drehmomentgewinn. Als
weiteres habe ich die
Zündung
zurückgenommen,
soweit das mit den
Abgastemperaturen
vertretbar war. Der
Rest an
Überschußleistung
mußte einem simplen,
aber dauerhaften
Anschlag am Gasgriff
weichen. Ich hab mal
das Ergebnis der
Arbeiten im Diagramm
angefügt: Die
Hinterradleistung der
748R aus 2010 und die
der 853R aus 2011,
reglementskonform
gedrosselt für die
Pro Bears
Meisterschaft von
Art-Motor.

Schön zu sehen, um wie viel früher (rund 1.500 1/min!) die max. erlaubte Leistung zur
Verfügung steht. Das schont die Mechanik ohne dabei „langweilig“ zu wirken.
Der gewaltige Drehmomentzuwachs sorgt für den richtigen Schub „aus der Ecke“.
Dennoch hat der Motor in seiner Charakteristik keine Überraschungen, die ihn
unfahrbar machen.
Ein „Spaßmotor“ vor dem Herr :-)
In Lausitz fing es im ersten Rennen
schon mit einer Herzschlag Aktion an: In der 4. oder 5. Kurve nach dem Start
legte Dirk auf P2 liegend einen Highsider hin, daß ich dachte, das Rennen sei für Ihn zu Ende. Er hatte danach auch
deutlich Speed verloren für etliche Runden. War aber auch kein Wunder – mir war ja schon vom zusehen übel ;-). Aber
er rappelte sich wieder und kämpfte sich von seinem geschätzten 10.Platz wieder vor auf P2 beim Finish hinter
Leonhard Neels auf StreetTriple.
In Schleiz waren wieder 2 2. Plätze drin hinter einem unschlagbar starken Frank Claussner auf einer 1000er 2-Ventil
Ducati. Hier hatte Dirk die Führung in der Meisterschaft übernommen.
Beim Festival Italia in Oschersleben lief es dann wie am Schnürchen: 2 Siege in 2 absolut spannenden Rennen mit
etlichen Führungswechseln pro Runde und zahllosen Positionswechseln auch auf den weiteren Plätzen. Wau, ja, so
muß Motorsport sein: Schon hart, aber immer fair und freundschaftlich. Schließlich verdient ja jeder Fahrer sein Geld
am Montag und nicht am Rennsonntag. Ich war begeistert – ein Dankeschön an alle Beteiligten für diese Show.
Tja – und dann kamen die Rennen in Most... bzw. das Rennen, denn zu einem Zweiten sollte es ja nicht kommen. Und
es war das einzige WE, an dem ich nicht mit dabei war. Wie mir Dirk erzählte gab es auch hier ein hartes Duell
zwischen Bernd Zwanzig und ihm, daß Dirk aber in der letzten Runde in Führung sah. Bzw. dachte Dirk es sei die
letzte Runde. Als er sein Versehen bemerkte und noch mal Renntempo aufnahm, paßte aber der Bremspunkt nicht
mehr... Vorderrad eingeklappt und einiges kaputt gemacht. Aber alle Knochen blieben gottlob heil. Da aber beide
Rennen am diesem WE am selben Tag gefahren wurden, so gegen Mittag des Erste und nachmittags das Zweite, war
an eine Reparatur nicht mehr zu denken. Dabei hätten wir hier den Sack zumachen können. So wurde aus einem 38
Punkte Vorsprung ein 8 Punkte Rückstand an nur einem Tag. Die Meisterschaft war damit zu einer eher theoretischen
Angelegenheit geworden...
Beim Biketoberfest in Oschersleben gelang Dirk ein 3. und ein 2. Platz. Damit sicherten wir uns noch gut den 2.
Gesamtrang mit nur 8 Punkten Rückstand.
Der Griff nach den Sternen
, bzw. dem vorzeitigen Meisterschaftsgewinn, ist uns nicht gut bekommen. Anderseits
war unsere Speed immer gut bis sehr gut. Von der Zuverlässigkeit der Desmoquattro-Motoren ganz zu schweigen: Seit
Jahren haben wir keinen einzigen Ausfall erlebt, weder im Training noch im Rennen. Dirk seine Raketenstarts mit der Fat-Cat Anti-Hopping Kupplung „Challenger 1.0“ im Zusammenspiel mit seiner Performance und meinem Know-How
werden schon langsam legendär. Und ja, wir haben auch am letzten WE der Versuchung widerstanden, unsere 12 PS
Mehrleistung illegal einzusetzen. Wenn wir nicht fair gewinnen können, müssen eben fair verlieren können.
Nach der Saison ist ja bekanntlich vor der Saison. Mal sehen, was mir diesen Winter einfällt. _Eine_ Idee hätte ich da
ja noch ;-)
In diesem Sinne – keep racing.
First Attack - Christian Sakowitz
Ein paar Bilder hab ich noch aus der Saison 2010, entstanden am 09.10. beim Biketoberfest des Veranstalters Art Motor.